Ein Plagiat (lat. plagium, Menschenraub) ist die Vorlage fremden geistigen Eigentums als eigenes Werk oder als Teil eines eigenen Werkes. Es ist strafbar und verpflichtet den Plagiator zum Schadenersatz. http://de.wikipedia.org/wiki/PlagiatProfessorin Dr. Debora Weber-Wulff schreibt in der c’t Ausgabe 1/2002 über ihre Erfahrungen mit Schülern, die sich im Internet informieren. Sie ist Professorin für Medientechnik an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) in Berlin."Was soll man tun?" Sie sagt, es sei ein altes Problem, dass Schüler oder Studierende das Referat oder die Hausaufgaben vor sich herschöben, bis der Abgabetermin vor der Tür stehe. Sie weist daraufhin, viele Sites verwendeten ihre Hausaufgaben-Datenbanken anscheinend nur als Lockmittel: "...und schon wieder ist ein Abend ohne konkrete Ergebnisse verstrichen. (...) Man findet zwar viel Schönes, aber davon lässt sich die Lehrkraft nicht beeindrucken: Der Abgabetermin steht fest".
Ein hilfloses Eintippen des Themas in der nächstbesten Suchmaschine werde aller Wahrscheinlichkeit nach nur wenig Erfolg haben: "Hier könnten kategorisierte Sammlungen, ähnlich aufgebaut wie die Schlagwortkataloge einer Bibliothek, eine große Hilfe sein." Die Site
http://www.hausarbeiten.de sei eine ausgezeichnete Anfangsadresse mit über 17500 Arbeiten. "Es ist ja nicht verboten, Worte oder Gedanken anderer zu verwenden", sagt sie, es müsse nur richtig angeführt sein und als Quelle angegeben werden.
Was auch gegen Kopieren eines Textes, wenn es auch nur zum Teil wäre, spricht, ist, dass man die Zusammenhänge nicht verstehen könnte. Dr. Weber-Wulff versucht zwischen Lehrenden und Lernenden zu vermitteln: "Das Ziel des Unterrichtes ist es nicht, dass die Lernenden von selbst auf die Lösungen kommen, sondern dass sie den Sachzusammenhang verstehen." Wer die Lösung in eigenen Worten formulieren könne, habe verstanden, worum es gehe.
Beim Durchschauen der Angebote im Internet fällt schnell auf, wie viele Probleme es in der Rechtschreibung gibt. "Es gibt oft Tippfehler im Titel oder Text der Hausarbeiten." Sie berichtet wie sie schnell merkt, ob jemand geschummelt hat: Anhand eines interessanten Rechtschreibfehlers habe sie den gleichen Aufsatz einer ihrer Studenten durch Eingeben in eine Suchmaschine gefunden. Die einzige Änderung bei einer ebenfalls im Internet gefundenen Arbeit seien zwei Wörter gewesen: Vor- und Nachnahme des Autors. Aufmerksam und kritisch sollte man die Arbeiten durchlesen. "Beim Lesen schaut man nach Brüchen im Text: ist er zu glatt? Gibt es eigenwillige Formatierungswechsel? Ist das eine ungewöhnliche Ausdrucksweise? ... Ich beginne meine Recherchen im Internet dort. (...). Auch wenn ich selbst ein Wort erst im Wörterbuch nachschlagen muss, um mir über die genaue Bedeutung klar zu werden, wird das gleich ein Suchbegriff, ebenso Wörter, die recht selten vorkommen". Von einem verdächtigen Werk nehme sie sich immer mehrere Stichproben, da oft nur einige Sätze übernommen seien. "...(besonders die aus Spiegel geklauten Formulierungen sind schnell erkennbar)...".
Das "Schummeln per Internet" ist nicht mehr abzuwenden. Deshalb ist es gut, zu allen Lernmaterialien kritisch Stellung zu beziehen und sich aus mehreren Quellen zu informieren, damit Fehler nicht einfach übernommen werden und der Zusammenhang verstanden wird.
In die Situation gegen das Urheberrecht zu verstoßen, kommt man sehr schnell. Dr. Dietrich Harke schreibt in der c´t Ausgabe 1/2002:
"Urheberrechtlich frei ist nur die ´freie Benutzung´ (§ 24 UrhG). Sie setzt voraus, dass das Werk eines anderen lediglich als Anregung benutzt wird, um ein eigenes, selbstständiges Werk zu schaffen. Das ist nur dann der Fall, wenn der Charakter des verwendeten Textes, Bildes etc. deutlich hinter den eigenen Zügen des neu geschaffenen Produkts zurücktritt".
Ich habe den Artikel sehr zusammengefasst. Das Original kann hier heruntergeladen werden:http://www.unikik.uni-hannover.de/download/schummeln.pdf oder hier
http://www.f4.fhtw-berlin.de/~weberwu/papers/plagiat.shtmlweitere Artikel zum Thema:
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