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BeitragVerfasst: Sa Nov 05, 2005 23:26 
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Analyse der Kurzgeschichte
„Schlittenfahrt“ von Helga M. Novak
Helga Novak (geb. 1935 in Berlin)

Inhaltsangabe
Form: Aufbau gesamt, Sprache (Satzbau/Wortwahl)
Interpretation: Personen, Aussage
Persönliche Wertung
Die Kurzgeschichte „Schlittenfahrt“ von Helga M. Novak aus dem Jahre 1968 handelt von zwei Kindern, die sich um einen Schlitten streiten und dessen Vater, der nicht in der Lage ist diesen Streit zu schlichten.

Zu dem Aufbau lässt sich sagen, dass es sich um einen sehr kurzen Text handelt. Von den 19 Abschnitten ist die Einleitung der längste. Die Geschichte liest sich wie eine Szenenanweisung in einem Theaterstück. Der Einstieg in die sich zyklenhaft wiederholenden Handlungen erfolgt unvermittelt, was für Kurzgeschichten typisch ist. Es handelt sich um einen dialogischen Aufbau ohne tatsächliche Kommunikation (stereotyper Ablauf).

Die Sprache läst sich mit den kurzen und knappen Sätzen sowie der einfachen Satzbauweise (S-P-O Schema) als Parataxe- bzw. Kindersprache charakterisieren. Durch die kurzen Abschnitte wird eine Spannungssteigerung erzeugt. Die Erzählerposition ist neutral und bezieht sich nur auf die Sachebene. Auf diese Weise wird der Leser nicht in seiner Meinungsbildung beeinflusst.

Die Wortwahl ist sachlich und weist keine schmückenden Adjektive auf. Sie distanziert den Leser vom Geschehen.

Der Titel läst sich als verschlüsselte und direkte Einleitung auf das Thema interpretieren. Macht man sich die Redewendung „mit jemanden Schlitten fahren“ deutlich und ruft sich die Doppeldeutigkeit von „Bergab“ und „den Bach runter“ ins Gedächtnis, so wird deutlich, was die Autorin wahrscheinlich gemeint hat.

Das kleinere Kind wird als hilfloses Geschöpf dargestellt, welches sich nur durch Weinen artikulieren kann. Das größere ist meiner Meinung nach die einzige Person die einen (wen auch einseitigen) Dialog sucht. Der Vater ignoriert in seiner autoritären Position den Streit zwischen den Kindern und wird von ihnen ebenfalls nicht ernst genommen.

Da letztendlich alle Beteiligten aneinander vorbeireden, kann man von gestörten zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der Familie sprechen. Dieser Text soll meiner Meinung nach zu einem aktiveren Dialog mit unseren Mitmenschen aufrufen. Durch seine Machart zwingt er einen zumindest zum Nachdenken (liest sich nicht wie ein Roman) und kann deshalb als gelungen bezeichnet werden. Ich würde mir so was nicht freiwillig antun.
*
[Aus dem Netz, irgendwo...!

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